Jurij Alschitz
Neue Ansichten zur Regiekunst
Open Lecture
Die über 45-jährige Lehrpraxis von Dr Jurij Alschitz war eigentlich immer eine Forschungspraxis. „Ich unterrichte was mich persönlich interessiert“ so seine Worte vor jedem Seminar, was zur Folge hat, dass er mit jedem Seminar neues Terrain betritt und neue Erkenntnisse gewinnen konnte. Wie seinerzeit K.S. Stanislavsky, so notiert auch Jurij Alschitz die vielen interessanten Details, Neuerungen und Ideen. Seine Lehrbücher zur Schauspielkunst geben mit ihren vielen praktischen Übungen Einblick in die „School of Jurij Alschitz“, ein offenes, umfangreiches methodisches System.
Wie damit zu arbeiten ist und wie man es anleitet, hat Jurij Alschitz in vielen Seminaren und Lehrgängen für Regie und Lehre weitergegeben.
“Irgendwie hat sich das Material aus meinen Seminaren und Vorlesungen zu drei Büchern über Regie entwickelt.”
Sie werden in diesem Herbst publiziert.
In diesem Vortrag wird Jurij Alschitz das Thema seines ersten Buches vorstellen: Es geht um die Vorbereitung.
„Das erste Buch widmet sich der Vorbereitung des Regisseurs auf eine Inszenierung, aber es schlägt eine völlig andere Sichtweise auf diesen Prozess vor. Ich vertrete die Ansicht, dass der Regisseur nicht die zukünftige Inszenierung vorbereiten sollte, sondern sich selbst auf eine Begegnung mit etwas vorbereitet, das er noch nicht kennt. Anstatt wie üblich nach einer Idee, einem Konzept, Antworten und Lösungen zu suchen, sollte der Regisseur lernen, das Unbekannte zu bewahren, auf den Widerstand des Textes zu hören und der Vorahnung der Aufführung zu vertrauen.
In diesem Buch stelle ich Fragen, auf die der Regieberuf schon seit langem die Antworten zu kennen scheint. Aber ist das wirklich so?
- Muss eine Inszenierung zwangsläufig aus einem Theaterstück entstehen – oder kann sie schon entstehen, bevor das Stück auf dem Schreibtisch liegt?
- Muss die Vision des Regisseurs schon ganz am Anfang der Arbeit vorhanden sein – oder offenbart sie sich erst nach und nach im Prozess und wird so zu dessen Ergebnis?
- Sollte ein Regisseur die Arbeit aus einer Position des Wissens heraus beginnen – oder im Gegenteil aus einer Position des Nichtwissens?
- Und was bedeutet es eigentlich, sich auf eine Inszenierung vorzubereiten, wenn der wahre kreative Prozess dort beginnt, wo die Vorbereitung endet?“
Diese Einführungsvorlesung ist allen, die sich für den Studiengang Die Schule der Regie interessieren, der im November 2026 beginnt, wärmstens zu empfehlen.
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